Amanda Lears: Der Hampelmann-Crashkurs

Wie du dich als Mann garantiert zum Affen oder Hampelmann machst

Wie du es schaffst, dass dich kein Mensch, inklusive der Frau die du begehrst, ernst nehmen kann und zwar zu Recht, erzähle ich dir hier.

Ich erzähle es dir an Hand einer Geschichte.

Eine Geschichte, die weder im Zoo noch im Kindergarten spielt, obwohl sich vor allem der Protagonist zum Affen oder wahlweise zum Hampelmann macht.

Und zwar gründlich. Es ist kaum zu glauben, aber sie ist wahr.

Ja, diese Geschichte handelt von offener Liebe, Promiskuität, Liebesaffären und Kränkungen. Sie erzählt von Sex auf Swingerpratys, von Gangbangs und anderen Räuberpistolen. Von schönen Blondinen und rassigen willigen Weibern. Sie erzählt von dem Theater, in dieser bunten lustigen Welt in der die meisten Freiheit suchen und zurück ins Gefängnis der Monogamie oder auf Los und noch mal von vorn müssen, weil sie es einfach nicht gewickelt kriegen. Die immer wieder abschmieren an der Oberfläche schöner Weiber, die lieb und nett tun und den Mann dafür springen lassen, als wären sie im Zirkus.

Wie eben Kenny.

Es war im Sommer diesen Jahres. Ich lag mit Kenny an diesem Baggersee. Es war sehr heiß und wir waren gerade im Wasser. Kenny und ich kennen uns schon sehr lange. Über ihn bin ich damals auf die Erotik-Partys gekommen, Kenny ist sehr groß, blond, muskulös und unendlich attraktiv. Kenny gabelte mich auf, ganz zufällig. Wir gingen eine Weile aus miteinander und einmal hatten wir auch was. Seitdem beschlossen wir es einfach bei Freundschaft zu belassen. Besser ist das.

Wir lagen also da und rauchten. Wir pusteten den Rauch in die Luft und erzählten Quatsch. Auf einmal erzählte mir Kenny seine Leidensgeschichte von Tina. Tina, sie war öfter mit ihm in Kontakt, war eine kluge Frau. Sie war schön, dunkles Haar und blauäugig. Tina tingelte immer auf den Partys rum, mal hier mal da und immer war sie in Begleitung. Eine Frau von dem Format, ist natürlich nicht allein. Kenny, ein ganz ein Lieber, erklärte sich ein paar Mal bereit mit Tina auf die Partys zu gehen. Ihr Neuer hatte sie abgeschossen, er hatte keine Lust mehr und so gabelte sie Kenny auf. Kenny, der immer lieb und nett folgsam den Frauen das gab was sie brauchten: Aufmerksamkeit, sexuelle Bestätigung, eine sichere zuverlässige Partybegleitung, Sex frei Haus und eine Schulter zum Anlehnen, aus der schnell eine zum Ausheulen wird.

Das alles bietet Kenny. Er nimmt dich mit, er gibt dir Drinks aus und er geht brav und nett auch ungevögelt wieder alleine heim, wenn du auf der Party kurzerhand einen geileren Typen aufgabelst. Das ist Kenny. Und von diesem Leid klagte er mir. Tina habe ihn auf einmal kurz vor knapp abserviert. Er räumte mit ihr die Scherben ihrer Trennung auf, und dann war Tina wieder, zack, bei ihrem Angebeteten. Kenny schimpfte. Und so heulte er sich bei mir aus. Immer wieder, nicht nur am Baggersee erfuhr ich über diese Aktionen. Und immer wieder fragte ich mich: Wie oft noch? Das war im Sommer.

Es sollte aber noch schlimmer werden.

Ich rief Kenny an, vor einigen Tagen, schließlich waren wir gute Freunde und trafen uns regelmäßig. Ich hatte länger nichts von ihm gehört und so klingelte ich bei ihm durch. Ich erreichte ihn nicht also schrieb ich eine Nachricht:

„Hey Kenny, hast du mal wieder Zeit dich zu treffen, lange ist es her! Liebste Grüße, Amanda!“

Kenny meldete sich sofort per SMS zurück:

„Hey Amanda, du sei mir nicht böse! Ich bin jetzt wieder mit Tina unterwegs, wir haben beschlossen nichts mehr mit anderen zu unternehmen!“

Ungläubig schaute ich auf mein Telefon. „Nichts mehr mit anderen zu unternehmen“ wiederholte ich im Geist. Was rechtfertigt denn so was? Doch nur eine schlimme Krankheit, Knast oder das Zeugenschutzprogramm. Gibt es einen vernünftigen Grund auf Gottes grüner Erde nichts mehr mit anderen Menschen zu unternehmen? Ich glaube es hackt!

Ich konnte es nicht glauben also fragte ich noch einmal nach, ob sie jetzt ein Paar seien oder so was und mir wurde gesagt, dass es sich um eine „Freundschaft plus“ handele. Ach du Scheiße! So ein Schwachsinn. Aber okay. Der Kindergarten hatte ja schon begonnen, aber jetzt war er eindeutig in vollem Gange. Aber ob ich auf die nächste Party kommen würde, fragte Kenny. Er würde mich so gern wiedersehen.

Lustig an der Sache ist ein winzig kleines Detail.

Es setzt dem Ganzen die Krone auf. Ich erfuhr in der Zwischenzeit, dass Tina allein in Swingerclubs unterwegs sei, was an sich nichts Schlimmes ist. Tina, die daheim auch noch zusätzlich Kinder und Mann sitzen hat, ließ sich von den Männern dort durchnehmen und bearbeiten, sie erzählte alles ihrer Freundin. (Ihr seht ich bin gut vernetzt…)

Das sie allein in Clubs geht ist gebongt, dass sie allein in Clubs geht und macht und tut und Kenny gegenüber vorgibt nicht mehr allein unterwegs zu sein, weniger. Kenny darf nichts mehr mit anderen unternehmen. Noch nicht einmal ganz platonisch, freundschaftlich.  Sie darf aber fröhlich frei weiter durch die Gegend tingeln. Kenny ist übrigens ledig. Hat weder Kind noch Frau daheim. Merkt ihr was?Die Frau ist gut drauf, denkt ihr? Nein! Ganz und gar nicht.

Da läuft etwas fundamental falsch!

Offensichtlich ist, dass ich nicht mehr mitkomme und ich hoffe ihr auch nicht, denn das ist besorgniserregend behämmert, was sich da abspielt. Deshalb muss ich auch darüber schreiben, weil mir die Haare zu Berge stehen.

Kenny lässt sich von einer Frau vorschreiben, wen er sehen darf und wen nicht. Und das obwohl null Kommittent zwischen den beiden herrscht. Ja, wirf mir mal einer Neid vor, bin ich nicht, denn Kenny kannst du mir auf den Bauch binden. Er ist nicht mein Typ. Er tut mir einfach nur leid. Dieses Weib hat die Männerwelt um sich herum ganz schön im Griff und schraubt da einem nach dem anderen den Schwanz ab, weil alle Welt auch einmal an das heiße Fahrgestell Tina ran wollen. Geil oder, wie die das alle mit sich machen lassen!

Was ich da beobachte ist so dermaßen erbärmlich, dass es weh tut. Und es lässt mich so dermaßen den Glauben an die Männer verlieren. An Männer die Stolz besitzen und Selbstachtung. Denen ihre Achtung vor sich selbst höher geht, als die sexuelle Bestätigung einer Frau, die es wagt einen Mann so dermaßen an die Leine zu nehmen. Da stimmt etwas nicht. Ich könnte so einen Mann niemals ernst nehmen. Mit Kenny könnte ich schon aus diesem Grund allein nichts haben, weil er sich wie ein Hampelmann benimmt. Aber er sieht das nicht und deshalb hat er es auch verdient, leider. Man verdient einander. So lange es immer solche bedürftigen und abhängigen Männer gibt wie Kenny, die der Frau für ihre Aufmerksamkeit und Bestätigung hinterherrennen, wird es immer wieder Frauen wie Tina geben. Ich frage mich nur, wie man mit so einem Hampelmann ins Bett gehen kann. Da würde ich null einen hoch kriegen. Ein Mann mit dem ich machen kann was ich will ist so attraktiv für mich wie ein Teddybär. Ich bin einfach nur fassungslos und beobachte dieses Gebaren aber bei vielen Männern. Sie rennen den Frauen hinterher. Sie lechzen nach Anerkennung und haben nichts anderes in ihrem Leben. Gerade in der Fetischszene ist das so. Die Frauen benehmen sich wie die totalen Königinnen, dominieren die Männer mit ihrer Jagd auf Sex und die Männer kriechen zu kreuze.

Sie springen sofort, wenn eine mit dem Leckerli „Sex / Zuwendung“ winkt.

In Internetforen und überall kann man es erleben. Die Frauen haben die Macht, die haben die Männer an den Eiern und diktieren, wie hoch sie springen dürfen. Und dann graben sie ihnen noch das Wasser ab und verlangen hanebüchene Dinge wie sich nicht mehr mit alten Bekannten zu treffen und so einen Müll.

Dabei, und jetzt kommt der Twist der Story:

Es handelt es sich bei solch ungehörigem Gebaren der Frau im Grunde nur um Shit-Tests dem Mann gegenüber: Die Frau testet, ob sie einen Hampelmann an der Angel hat. Sie testet ganz unbewusst, wenn sie keinerlei Grenzen bekommt, inwieweit sich der Mann von ihr dominieren und dirigieren lässt. Ob er sich BETAISIEREN, also vom Alfa-Mann zum Beta-Mann herab stufen lässt von ihr. Ob er der maskuline, dominante Typ ist, der sein Ding macht, oder eher der Frauenversteher, der Nice Guy ist.

Lässt er es zu, fällt er durch und die Frau verliert schnell das Interesse. Fällt er nicht durch, hat die Frau Respekt und Achtung vor ihm und ordnet sich unter. Sie erkennt den Mann als Mann an.

Kenny fällt leider immer durch. So leid es mir tut, aber verdient hat er es. Shit-Test der Frau nicht bestanden. Setzen, sechs!

Kenny wird irgendwann wieder bei mir anrufen. Irgendwann wird er sich ausheulen bei mir über diese böse Tina und was sie alles getan hat. Ja. Und dann werde ich zuhören und Kenny ein bisschen sagen, was ich davon halte. Ganz ganz lieb, natürlich. Verstehen wird er es nicht. Weil er ja der Verständnisvolle und Kooperative sein will, der die Frau immer abholt in allen Bedürfnislagen. Und Tina? Tina wird einen neuen Hampelmann finden, ihn mit Sex gefügig machen und ihn zum Tanzen bringen, sich schnell langweilen und wen anderes ran zitieren und ihren Hofstaat weiter ausbauen.

Lässt du dich darauf ein, dich zum Hampelmann zu machen bist du schon abgeschossen. Du bist so schnell abgeschossen, dass du gar nicht weißt, dass du schon abgeschossen bist. Deshalb: Wenn du dich nicht wie im Zoo fühlen willst, lass dich nicht zum Affen machen. Wenn du dich nicht wie im Kindergarten fühlen willst, lass keinen Hampelmann aus dir machen. Sonst wirst du immer wieder auf Frauen treffen, die bloß eines wollen: Mit dir spielen wie es ihnen gefällt.

Bis zum Schluss einer weint, mindestens aber gekränkt und eierlos dasteht. Und das bist dann meistens du, lieber Mann.

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