Paul Kaufmann: Point of turn

Ich habe eine Schwäche für skandinavische Krimis. Ich mag ihren Erzählstil, diese Düsternis. Aber am liebsten sind mir die Frauen. Ich mag diesen skandinavischen Typ. Ja, sorry, ich stehe auf Blondinen, die starke Variation. Diese intelligenten, selbstbewussten Frauen, die die aufrecht durch ihr Leben gehen, die triggern mich. Und die sind eben gerne und oft in diesen Krimis. Und darum schaue ich sie mir an, die Krimis. Nicht nur deshalb, aber auch.

Ich mag starke Frauen. Ich habe keine Angst vor ihrer Kraft und sie schüchtern mich nicht ein. Auch habe ich nicht das Gefühl, dass sie mir etwas wegnehmen oder mit mir konkurrieren könnten – jetzt meine ich im Leben, nicht im Krimi auf dem Bildschirm.

Nein, starke Frauen sind toll. Und ich grüble, denn es gibt ein „Aber“ und ich überlege, wo genau dieses „Aber“ liegt. Es gibt so einen Point of turn, einen Punkt, ein Stadium, wo die Sache kippt, wo mir ihre Stärke nicht mehr gefällt und das ist interessant, es ist nämlich keine Angst.

Bleiben wir beim skandinavischen Krimi, es ist so plakativ. Die Damen dort sind ja so emanzipiert, völlig gleichberechtigt und mehr als das, sie halten die Fäden so dermaßen in der Hand … sie sind überemanzipiert und oft sieht der Plot vor, wie sie sich abarbeiten daran. Sie stehen ihren Mann, was man so nicht sagen darf. Also stehen sie ihre Frau, oder nicht? Nein, stehen sie nicht. Da wird etwas verwechselt. Da ist ein Irrtum drin und dieser Irrtum fällt überall auf.

Ich habe das schon oft beobachtet. Du denkst, „Wow, was für eine Frau. Die weiß, was sie will“. – Finde ich gut, denkst du auch und dann machst du mit ihr mehr, unterhältst dich intensiv, näherst dich und dann kommt er, der Point of turn: Sie hört nicht damit auf. Diese Frauen lassen ihre Stärke, ihr Wollen, ihre Macht einfach nicht los und machen immer weiter mit dem stark sein. Stark sein um jeden Preis. Unbedingt und auf jeden Fall wollen sie stärker sein als der Mann und das ist nicht schön. Sie wollen gewinnen des Gewinnens wegen und verlieren so ihre Attraktion.

Denn: Das Übermaß ist nicht weiblich. Genau an diesem Punkt wird es falsch. Weiblich und stark ist kein Gegensatz, aber das Weibliche gibt dem Mann Raum. Irgendwann tritt sie zurück. Das ist die Stärke der Frauen! Die Stärke des Weiblichen ist dem Mann Widerstand zu bieten, DANN ABER Raum zu lassen. Das Weibliche will den Mann nicht besiegen. Frauen sind keine Männer und Männer keine Frauen. Das Weibliche muss zulassen, darf nicht immer und überall in Konkurrenz gehen zum Mann. Tut die Frau das aber, beharrt sie immer und überall darauf besser und stärker zu sein, wie es angeblich Männer immer tun, gelingt es nicht.

Männer wollen nicht immer und immer weiter mit einer Frau kämpfen. Sie muss nachgeben irgendwann. Tut sie das nicht, dann muss er . Er unterliegt oder unterwirft sich und so wird er uninteressant, denn keine Frau auf dieser Welt – keine gesunde – mag einen schwachen Mann.

Werft ruhig mit Steinen auf mich. Ist aber so, denn nichts ist schöner, als dass eine Frau nicht weiß, was sie will, aber der Mann weiß es für sie.

2 Kommentare zu „Paul Kaufmann: Point of turn

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