Kleiner Ex-Kurs in Körpersprache: Was wirkt männlich und was nicht?

Wir sind alle Steinzeit-gepolt. Das ist so. Unser jüngster Teil des Gehirns ist der Neo-Kortex, oder auch Großhirnrinde genannt. Der älteste Teil des Gehirns aber das Reptilien- oder auch Stammhirn gehört zu dem Teil der Instinkte, zum Fortpflanzungstrieb, zum Überlebensinstinkt und zu dem gesamten Komplex der Willkürmotorik (Herzschlag, Atmung, Schluckreflex, Ausscheidung, Bewegung der inneren Organe usw.)

Wir glauben immer wir seien eine so hoch entwickelte Spezies, aber gerade in der Fortpflanzung und beim Thema Attraktivität / Sex sind wir voll auf Steinzeit gestellt.

Voll. Leute, voll und total. Es ist ein Irrtum, dass wir zu einhundert Prozent total rational und völlig logisch oder gar bewusst handeln. Nein nein, das stimmt so gar nicht. Das will niemand hören, wie so vieles Wahres nicht. Aber es ist so. Wir werden zu einem großen Teil von unseren Instinkten gesteuert. Zumindest erst einmal.

Das was uns unbewusst anzieht, die Mechanismen die dahinter stecken, haben sehr viel mit unserer Art zu Leben vor vielen vielen tausend Jahren zu tun und die ist nun mal gespeichert in unseren grauen Zellen und damit auch in unserer Psyche und das hat, na ja eben überlebt. Das Ganze kann man auch Evolution-Psycholoigie nennen.

Das was uns Frauen nämlich anzieht sind körperliche Attribute bei Männern wie ein breites Kreuz, breite Schultern, wenn der Mann größer ist als die Frau, ein markantes Gesicht, denn das alles sind Merkmale, die für Stärke stehen, für Vitalität und Sicherheit aber auch einen gesunden Gen-Pool versprechen.

Daher ist es auch psychologisch so, dass wir in der Körpersprache total und voll nach nach diesen archaischen Mustern funktionieren. Gestik, Mimik und die Art wie sich ein Mann bewegt gibt uns Frauen unbewusste Hinweise darauf, was wir für einen Mann vor uns haben. Haben wir einen Alpha-Mann, ein Mann der voran geht, führen kann und männlich ist oder haben wir einen Beta-Mann vor uns stehen? Das liest das Unterbewusstsein der Frau sofort aus, wenn sie einen Mann auf dem Radar wahrnimmt. Der Mann muss bloß in ihrem peripheren Blickfeld auftauchen und das Unterbewusstsein merkt auf, und der Kopf der Frau dreht sich reflexartig in seine Richtung mit der Botschaft: „Hallo hier, passables Geschöpf zur Fortpflanzung im Anflug!“

Es stimmt. Beobachte das Mal, liebe Frau. Du kannst gar nicht anders als dich reflexartig nach dem Mann in deiner Nähe umzusehen. Auch sehr lustig: Man beginnt die eigene Körpersprache zu verändern, beginnt an den Haaren zu zuppeln, stellt sich aufrechter hin, streckt die Brust und Arsch raus und beginnt das Make up zu checken. Das sind alles Reflexe, die zwar als „tussig“ verschrieen sind, die aber zutiefst unterbewusst verankert sind.

Es ist nämlich wahr: Die Frauen entdecken den Mann zuerst, viel viel später erst wird dem Mann die Frau gewahr. Das ist auch evolutionär bedingt, denn die Frau muss ja aus vielen Guten und weniger Guten auswählen. Sie wählt im Vorfeld für sich aus, wer eine Chance hat. Der Mann wählt dann seinerseits aus, ob es sich für ihn auch lohnt, ob der Benefit groß genug ist. Da geht’s dann bei ihm natürlich ums Aussehen, Ausstrahlung, Sex-Appeal, Lebendigkeit und auch ob er mit ihr angeben, also seinen Status anheben kann. Der Mann verbraucht beim Sex Unmengen Energie. Jeder Schuss muss wohl überlegt sein dabei. Denn danach ist der Mann kurz einmal ausgeschaltet. Daher ist die gute Wahl auch hier seinerseits wichtig. Also das ist meine These. Meine persönliche. Der Paul hat eine andere dazu. Da gehen die Meinungen wohl auseinander, wozu das alles gut ist mit dem Auswählen.

Aber es funktioniert doch alles sehr rudimentär im menschlichen Gehirn. Also erst einmal. Das Unterbewusstsein der Frau liest das Verhalten des Mannes nach Stärke aus. Ich behaupte einmal: Das Aussehen eines Mannes ist viel viel zweitrangiger als das es den meisten Frauen bewusst ist. Ich behaupte, dass zu 99 Prozent die Körpersprache darüber entscheidet, ob die Frau interessiert ist. Warum? Weil die Körpersprache unbewusst wirkt. 90 bis 99 Prozent der Signale in der Kommunikation sind non-verbal, das bedeutet sie spielen sich auf einer unbewussten bzw. teil-bewussten Ebene ab. Da hat man gar keinen Zugriff drauf, was man wirklich geil und scharf findet, das ist seit Ur-zeiten programmiert.

Was wirkt also bei einem Mann UNMÄNNLICH und demnach SCHWACH? Und was wirkt MÄNNLICH / MASKULIN  – also stark? Schauen wir es uns an.

Unmännlich sind demnach Haltungen oder Verhaltensweisen, die Unterwerfung, Devotion oder auch Schwäche implizieren:

  • – Viel mit dem Kopf hin- und her wackeln
  • – Zappeln
  • – Einen Buckel machen
  • – Gebeugt gehen
  • – Sich auf die Frau stützen
  • – In der Umarmung in sie hinein sinken, sich in sie hineinfallen lassen
  • – Schulter hängen lassen
  • – Den Oberkörper ständig bewegen
  • – Gedrungen und eingesunken stehen
  • – Kopf hängen lassen
  • – Ständig Grinsen und Faxen machen (wir sind nicht im Zirkus)

Demnach MÄNNLICH wirken:

  • – den Rumpf stabil und gerade aufgerichtet
  • – Rücken gerade
  • – Schultern nach hinten
  • – Brust nach vorn, Brustbein angehoben, Kinn und Kopf gehoben.
  • – Kopf nach vorn ausgerichtet
  • – Ruhige Bewegungen (wirkt souverän)
  • – Blick nach vorn

Dann noch ein spezieller Hinweis, was die Körpersprache MIT der Frau angeht.

Umarmst du die Frau bleibe stabil und aufrecht, bleibe in deiner Mitte, hänge dich nicht an oder auf die Frau! Bleibe in deinem Bereich, lasse sie zu dir kommen aber hänge dich nicht zu sehr in ihren. Erstens erdrückt sie das und zweitens möchte sie Raum. Frauen wollen das Interesse des Mannes aber dann die Möglichkeit frei zu ihm zu kommen. Das lieben sie.

Umarme sie stets so, dass sie ein klein wenig zu dir aufschauen musst, halte also deinen Kopf gerade und sinke nicht ein. Bist du kleiner als sie, kannst du das mit deiner starken inneren männlichen Präsenz (Selbstsicherheit und Selbstwert) kompensieren. Das geht. Wendest du dich der Frau zu, bleibe in der Aufmerksamkeit dennoch im Außen, der Mann muss immer das Territorium im Blickfeld haben, wende dich nicht ab davon. Nur so kann der Mann Schutz gewähren und das auch ausstrahlen. Niemals kehre dem freien Feld den Rücken zu. Stelle dir vor du bist in der Prärie und überall wimmelt es von Angreifern oder wilden Tigern, du würdest dich niemals vollständig von der Frau ablenken lassen und so ihren und deinen Schutz vernachlässigen. Bleibe stets frei und lasse dich nicht zu sehr zu ihr ziehen, lade sie eher ein zu dir zu kommen, durch deine Körpersprache, sei offen und zugewandt dann kommt sie auch, denn das ist attraktiv und sexy. Legst du einen Arm um ihre Schultern, stütze dich NIEMALS auf ihr ab. Denn das vertauscht die Rollen. Vergrabe dich auch nicht in sie hinein, sie ist nicht deine Kuscheldecke oder deine Mutter, sie ist deine Frau und du brauchst sie nicht für dich! Du willst sie als Bereicherung, weil es schöner ist mit ihr. Und gehe so auch mit ihr um.

Ihr seht, die Romantik hat ganz archaische Wurzeln, so glaube ich zumindest. Wie so vieles im Leben ist alles viel einfacher, als man glaubt. Die Natur hat das schon clever eingerichtet. Man muss ihr nur wieder vertrauen lernen.

Wie sind denn eure Meinungen oder gar Erfahrungen dazu? Was denkst du im Bezug auf die Körpersprache bei Männern und Frauen, hat sie geschlechtsspezifischen Einfluss bei der Partnerwahl oder ist das bei Männern und Frauen gleich? Hinterlasse doch einmal deine Meinung in den Kommentaren, uns würde sie sehr interessieren. 

14 Kommentare zu „Kleiner Ex-Kurs in Körpersprache: Was wirkt männlich und was nicht?

  1. Wundervolle Satire, die Möchtegern-Machos hervorragend auf die Schippe genommen. Wir kennen ja alle die Blender, welche breit aufgeblasen und aufrecht wie John Wayne rumlaufen, als hätten sie einen Stock verschluckt. Da erkennt jede Frau gleich: Kleiner Pipi und voller Komplexe 😂🤣

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      1. Es ist natürlich so, dass wir alle noch unseren Affen in uns tragen, nur verfügt der gebildete Mensch über „kognitive Intelligenz“, will sagen: Man lässt sich im ersten Moment von den archaischen Eingebungen leiten, überprüft aber dann gleich die Emotion mit dem Verstand.

        So wird sich eine Frau wohl nach einem maskulinen Mann umdrehen, doch wird ihr Intellekt sie fragen lassen: Verfügt dieser Mann auch über Empathie und Einfühlungsvermögen, verfügt er über Verantwortung und Fürsorglichkeit, kann man mit ihm auch über Kunst, Kultur, etwa über Architektur und Literatur reden? Und da gibt es noch tausend andere Fragen und Einwürfe ..

        Bei manchen Menschen täuscht auch die Körpersprache. Jeder verstellt sich zum eigenen Schutz: Der Starke gibt sich schwach, der Schwache gibt sich stark usw. usw.

        Männer sind tatsächlich und hinter der Fassade weich, hilfs- und anlehnungsbedürftig. Wer den Starken markiert, andere ständig abwertet, um sich selbst aufzuwerten, der leidet unter einer Persönlichkeitsstörung und verbirgt seine Unsicherheit ständig hinter einer Maske. Das braucht viel Energie und ich würde in dem Fall zu einer Therapie raten.

        Solche Narzissten oder gar Psychopathen finden sich oft in Bruderschaften wie Rockerclubs, weil sie oft aus gestörten Familien kommen, wodurch auch eigentlich der Narzissmus entsteht.

        Schwache Frauen fahren auf solche Männer ab, was bis zur Unterwerfung geht. Aber mal ehrlich: Ein Mann, der eine Frau nur als schmückendes Anhängsel oder Privatbesitz sieht, wie soll der Fähig sein zu einer gleichberechtigten Beziehung?

        Wir möchten alle einfühlsame und rücksichtsvolle Partner auf gleicher Augenhöhe, wir möchten alle gebraucht werden, möchten Liebe und möchten geliebt werden.

        Alles andere ist krank in meinen Augen. Amen 😉

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    1. ob du es glaubst oder nicht – und ich bin wahrlich nicht der John Wayne Fan – aber … es funktioniert. Tendentiell ist das der richtige Weg. Allerdings – das ist wahrscheinlich nicht beabsichtigt, ist John Wayne mit seinem Habitus am äußerst extremen Rand und kommt uns heute in der heutigen Welt wie gespielt possenhaft vor. Er ist ein Prototyp und übertrieben, aber ja, genau das ist übertrieben dargestellt, das was zählt.

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      1. Mann sollte immer authentisch sein, weil Frau ja merkt, wenn sich Mann verstellt und einen Anzug trägt, der ihm nicht passt.

        Frauen suchen heute empathische und einfühlsame Männer, mit denen man auch tiefgründige Gespräche führen kann und die auch mal Schwäche zeigen.

        Vorgebliche „Stärke“ der sogenannten Alpha-Männchen soll ja doch nur die eigene Unsicherheit verbergen Wer über Selbstvertrauen verfügt, muss sich nicht inszenieren oder über andere stellen.

        Auf archaisches Imponiergehabe fallen nur schwache Frauen rein, also Frauen, die nicht unbedingt in mein Beuteschema gehören.

        Aber ich wünsch dir weiterhin viel Erfolg, obwohl ich denke, dass Männer, die wie du denken nicht wirklich bindungsfähig sind.

        Oder sag ich was Falsches? Ich sprech jedenfalls aus eigener Erfahrung und hab nie einen Ratgeber gebraucht im Umgang mit dem anderen Geschlecht, hab mich immer gegeben wie ich bin, war immer echt ich und wer mich nicht so nimmt, DER hat ein Problem, nicht ich ..

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      2. nein, du hast dahingehend recht, dass Frauen natürlich nicht das Falsche suchen, das ist klar. empathisch und einfühlsam ist kein Widerspruch zu den genannten Eigenschaften. Nur sind Männer anders empathisch und einfühlsam, denn die übliche Sicht ist die der Frauen.
        Und nein, es ist kein archaisches Imponiergehabe – okay, wenn es übertrieben ist ja – aber genau das ist was zählt, wenn die Frau sich als Frau fühlen will. Das können allerdings nicht mehr viele.
        Ich glaube da schwingt einiges an Unklarheit herum was ein Alpha macht oder wie er ist. Natürlich zeigt der Schwäche etc.

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      3. Ich hab die ganze Sache nochmal überdacht und muss zugeben, dass ein Mann natürlich immer ein Mann sein und bleiben muss und dass Mann auf Frauen viel anziehender wirkt, wenn er seine natürlichen männlichen Attribute auch ein wenig in gewissen Grenzen in die Waagschale wirft, was Frauen ja auch tun, indem sie weibliche Merkmal hervorheben.

        So nehm ich zurück, dass du nicht bindungsfähig wärst. Das war wohl eine falsche Ferndiagnose. Sorry 😉

        Ich trag ja selbst Biker- oder Cowboy-Stiefel am liebsten und dazu enge Jeans, brustausgeschnittenes T-Shirt und Lederjacke.

        Da geht man natürlich nicht mit eingefallenen Schultern durch die Welt und spürt, wenn einem die Mädels auf den Arsch usw. schauen.

        Und ich leg mich ja auch nicht auf die Hantelbank, um meinem buckligen Nachbarn zu imponieren.

        Mir kam das Statement deiner Freundin nur im ersten Lesen etwas klischeehaft vor. Da könnte man noch vieles im Kleinen nuancieren, was wohl aber den Rahmen eines Blogbeitrags sprengen würde. Man könnte Bücher darüber schreiben, die vielleicht auch schon geschrieben sind.

        Immerhin ein interessantes Thema. Ich danke dir für deine verständnisvollen Antworten in Rede und Gegenrede. Nur so lassen sich Irrtümer aus der Welt schaffen.

        Werd wohl mehr von dir lesen, wenn ich Zeit und Muse finde. LG Sven 🙂

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      4. ja Sven, jetzt sind wir beieinander. Genau so ist das auch gemeint und nicht alles ist in der Kürze eines solchen Beitrages möglich. Natürlich ist da viel grau, zwischen weiß und schwarz.
        also ich fühle mich da auch nicht angesprochen mit dem Bindungsunfähig.

        Wahrscheinlich meintest du gegen Ende, wenn du Zeit und Muße findest, auch wenn Muse von großem Reiz ist.
        Schönen Gruß – ich favorisiere übrigens Sendra – nichts ist besser, was Stiefel angeht.

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  2. PS: Und immer beim Laufen die Füße geradeaus halten. So nach außen die Füße tippeln nur die Loser. Immer geradeaus wie die Westernhelden oder Tony Curtis in „Die Zwei“. Da hat man immer das Gefühl, er geht auf einem Strich Doch es kommt gut an. In der Schule bekam ich mal einen Liebesbrief von zwei Verehrerinnen, die voll auf meinen Gang abfuhren, Ich ging immer wie John Wayne und hatte immer die Arme etwas vom Körper weg, damit ich im Notfall schnell ziehen konnte. Ein Arschloch fragte mich mal als 16jährigen, ob ich Rasierklingen unter den Achseln hätte. Na ja, bei den Mädels kam mein Gehabe an und ich hatte ne Menge, so ab 14 aufwärts ..

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  3. Ein Gedicht für dich

    Eine Frau hat geschrieben

    .. dass alle Frauen auf Männer stehen
    die gerade gehen, die Brust rausstrecken,
    die Schultern streng nach hinten nehmen usw.

    Hey, das waren genau die Typen,
    über die wir damals gelacht haben
    und die noch ihre Arme weit ab halten,

    als hätten sie Rasierklingen unter den Achseln.

    ©PP

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