Zum Glück

Zum Glück bin ich traurig. Ja, ich bin gerade traurig. Ich vermisse die alten Zeiten und das ist selten bei mir, denn ich neige nicht zur Nostalgie.

Ich meine, so für das alles, so das Leben und auch und besonders für das Miteinander zwischen Mann und Frau gehört doch die Begegnung, so das Beiläufige, das spontane Treffen und zufällige Übereinanderstolpern. So beim Bäcker oder Aldi oder so. Das hat etwas soziales, das ist wichtig.

Ich meine wirklich diesen sozialen Aspekt, genau das, den Rest lasse ich heute einmal weg. Nein, über das bin ich traurig, das fehlt mir.

Also ich rede jetzt nicht über den spontanen Flirt mit der attraktiven Frau, also nicht nur. Das ist ja das High-End-Modul der Begegnung im Supermarkt und in Perfektion superselten. Nein, ich meine die normale Begegnung. Das machte reich. Vergangenheitsform.

Da bist du früher einem begegnet oder ihr und hast ihn erkannt oder mit lustiger Rede kennengelernt. Irgendwas ist ja immer und man hat sich ausgetauscht. Das geht heute nicht mehr, denn dein Gegenüber hat ne Maske in der Fresse, du selbst ja auch. Weil du musst. Zumindest ein bisschen musst du, wenn du was zu essen brauchst, so bis zur Kasse, bis du deine Waren hast.

Und das macht mich traurig. Das fehlt. Man spricht nicht mehr. Und es lohnt sich auch immer seltener. Ich meine, die Menschen waren ja schon immer bescheuert, aber jetzt siehst du es ihnen an. Lappen in der Fresse, selbst wenn sie nicht müssen. Also jetzt mal im Ernst, wie soll man da …, also wie soll man da seine Selbstachtung behalten, wenn man das macht und sich mit ihnen unterhält, als ob nichts sei. Man sieht ja nix im Gesicht außer Augen und Textil. Ein großer Teil der Kommunikation fehlt und du weißt, dass dein Gegenüber irre ist. Die sind ja die Atemluft der Rede nicht wert. Was bei einem Sandsturm noch geboten ist – Maske – , ist in unserer Wirklichkeit stehend hirntot. Jede Untersuchung, jede Statistik inklusive Menschenverstand gibt mir recht. Es gibt keinen Zweifel.

Und das macht mich traurig.

Dieses Neurotische überall. Ich meine, ich lach ja schon die ganze Zeit über die Menschen, was wahrscheinlich echt neurotisch wirkt, aber es ist anders herum: Der Irre ist der andere, der mit dem Lappen in der Fresse. Angst ist keine Entschuldigung, nicht mehr nach dem ersten Schreck, da Ängstliches Angst gebiert. Der Neurosenkreis hat viele kleine Täter und du gehörst dazu, wenn du Maske trägst. Täter überall.

Alle diese Maßnahmen trennen. Das ist so traurig. Warum soll ich in ein Restaurant gehen, wenn ich nicht mit der Bedienung flirten kann, weil sie hinter einem Lappen hängt? Oder warum soll ich überall eingezwängt sitzen in und um Acrylglas? Bin ich ein Affe im Zoo? Sitze ich in einer Telefonzelle?

Es fällt mir unglaublich schwer diesen faschistischen Schutzwall aus Acryl zu akzeptieren, weil er trennt. Es ist ein faschistischer Schutzwall, da er den Faschismus schützt und erhält, sonst nichts.

Ich rege mich jetzt nicht darüber auf, dass alle mitmachen. Heute bin ich nur traurig.

Und das ist alles so lästig mit dem 2G, 3G, 4G – ach, quatsch 4G gibt es nicht. Ihr wisst schon: Geimpft, nicht-geimpft. Geheilt? Getestet … eh … Da blickt doch niemand durch. Passierschein nicht dabei? – ne, dann kommst du nicht rein.

Okay, doof aber …. Da hat mir die gute alte Apartheit oder Selektion besser gefallen. Ich war da nie Freund davon, im Gegenteil, aber da war es immer eine klare Sache und übersichtlich: Schwarz – weiß, Jude – Nichtjude, Kommunist – Lebenswert. Also vor und im Holokaust war es die Hölle, aber die Sache war wenigstens klar. Naja, vielleicht wird es ja noch. Aber hey, wir sind im zweiten Jahr und noch keine offizielle Stelle hat Stacheldraht bestellt. Zumindest offiziell, so weit ich weiß.

Und das macht mich traurig. Wie lange soll das denn dauern? Wann eskalieren sie endlich? Wir brauchen eine Großoffensive, einen Endsieg, damit es aufhört. Geht das nicht schneller, bis wir aus Ruinen auferstehen können? Ich bin ungeduldig, kein Wunder, denn sie spielen auf Zeit und lassen uns hängen, bis wir sie hängen können.  Sinngemäß, natürlich nur sinngemäß. Traurig ist das, auch das mit dem sinngemäß.

Allerdings gibt es auch Positives zu berichten: Die Kontakte werden intensiver. Die Freunde, die übrig sind – und es kommen immer ein neue hinzu –, mit denen ist es intensiver, persönlicher, direkter jetzt. Der Wahnsinn der Welt schweißt zusammen und du teilst deine Traurigkeit. Es ist ein wenig wie im Krieg. Okay, man sitzt nicht im Keller, denn keine Bomben fallen. Dieser Krieg kommt anders zu dir, diesmal sind die Waffen RNA aus Kanüle und Agitation, Propaganda, Diskriminierung, Totalitarismus und so, aber im Ergebnis sitzt du wie damals zusammen und erzählst dir bei Tee und im Halbdunkel, wer alles zusammengebrochen ist und jetzt mitschwimmt.

Oder gestorben ist, das gibt es nämlich auch und tatsächlich. Menschen sterben, das ist Natur und manchmal eben nicht mehr nur so ganz Natur, weil der Prozess mit Spritze beschleunigt wird. Sagt nicht, das gibt es nicht! Es ist nicht oft und viel und überall … aber schauen wir mal. Hier und da übt schon mal einer und fällt um. Die Dosis macht das Gift und erst die dritte Dosis wird ausgeteilt, da ist noch Luft nach oben und dann fallen mehr und mehr. Ob es Impfungen gegen Impfschäden geben wird? Bestimmt.

Auf jeden Fall bin ich traurig über diese Welt.

Und ich persönlich bin in einer komfortablen Situation, kann diesem Wahnsinn maximal ausweichen, auch im Beruf. Und privat sowieso. Luxus. Ich kann dem bis neulich befreundeten Arzt ungestraft „du kleiner Mengele“ nennen, weil er impft. Und mir passiert nix. Das hilft. Trotzdem traurig zu sehen, wie wenig Horizont in den Freunden von damals steckt.

Und in der Summe ist das mit meiner Traurigkeit ein Glück, denn traurig ist harmlos. Stellt euch vor, wenn ich wütend würde. Das wäre doof. Aber das wird.

Ein Kommentar zu “Zum Glück

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