Zwickmühle

Ich habe da eine Brieffreundin. Also nicht nur, wir kommunizieren nicht nur per Brief. Wir sind uns schon begegnet physisch, mehr als einmal sogar, aber es läuft eben mehr per Brief. Die Kommunikation geht aus der und in die Ferne her und hin, elektronisch in diesem Fall.

Und wenn ich so zwischen unseren Zeilen lese, dann, naja, sie will etwas von mir. Das taucht da so auf, so zwischendrin ist das eingepackt, ganz versteckt. Jetzt nicht denken, es ginge so expressis Verbis, als sei oder würde es ausgesprochen, als würde da erotisch gechattet oder irgendetwas dieser Art. Nullo. Nada. Nix.

Nein, wir haben andere Themen, aber man merkt es einfach. Es schwingt.

Ich habe ja so eine Theorie: Platonisch ist es nie zwischen Mann und Frau. Wenn Frauen und Männer miteinander kommunizieren – Geschäftskontakte ausgenommen – ist immer auch ein wenig dabei, wer mit wem und ob und mindestens einer will. Immer! Das ist meine Beobachtung. Ist es eine platonische Verbindung – meint hier: es passiert nix – dann ist es immer so, dass sich mindestens einer nicht traut, einer nicht will und hinhält oder beide nicht spüren was ist. Aber bei und zwischen Mann und Frau schwingt immer mit, ob man einander will. Auch körperlich. Das ist okay. Kann zwar sehr hinderlich sein, aber es ist okay und einfacher, wenn man nichts von meiner Theorie weiß.

Aber mit meiner Brieffreundin … das ist gar nicht so einfach. Ihr kennt das bestimmt: Man will den anderen nicht verprellen, nicht zu hart zurückweisen und vor allem: Was ist hart und was nicht? Ist es Quälerei oder ist es noch schön? Wie dosiere ich das? Und da ist dieses ungute, mulmige Gefühl, dass es nicht so ganz okay ist, was man da macht mit der fortgesetzten Kommunikation, da man den anderen in Hoffnung hält. Auch wenn man klar gemacht hat, dass nicht. Mehrfach klar gemacht hat, das ungute Gefühl bleibt: Ist das fair?

Ich habe keine Antwort darauf, keine die alles begreift.

Dabei habe ich schon viel darüber nachgedacht, denn ich habe viele Kontakte mit Frauen, gerne auch aus der Ferne. Ich mag einfach diese Kommunikation, ehrlich jetzt. Ich kenne ganz viele intelligente Frauen und das macht total Spaß und reich. Natürlich gibt es auch intelligente Männer, aber die schreiben halt nicht. Oder nicht mir. Mit Männern ist es nicht so leicht und es fällt mir leichter mit Frauen. Ihre Logik und ihre Emotionalität bieten mir mehr.

Dumm ist halt, wenn einer mehr als der andere will, immer übrigens. Egal ob so, oder andersherum. Meine Taktik in beiden Fällen ist, es beim ihr zu lassen. Es ist in ihrer Verantwortung. Oder in meiner. Da ist ein gehörige Portion Selbstverantwortung in den Gefühlen, die man hat und abbekommt. Erwachsene Menschen müssen selber wissen, ist es zu wenig, ist es erträglich oder ist es zu viel für mich und dann die Konsequenzen ziehen, bleiben oder gehen.

Ungut bleibt das Gefühl, egal wie sehr man rationalisiert, aber Kommunikation abzubrechen, nur weil da mehr ist und nicht sein soll, auch das wäre nicht fair. Es ist eine Zwickmühle. Egal was du tust, gut ist es nie. Gar nicht einfach, da authentisch zu sein, denn ich spüre es ja auch: Kommunikation, besonders ist sie intelligent und in Gemeinsamkeit, führt zusammen und zusammen hat immer auch diesen leiblichen Aspekt. Man will das dann. Außer man will es nicht, was besagte Zwickmühle ist.

P.S.: Dich meine ich nicht. Seit diesem Foto in Minirock und Schulterfrei ist das platonisch gänzlich vorbei. Voll gut. Mühle ohne Zwick.

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